Lange Entscheidungswege, sinkende Effizienz und steigende Fehlzeiten sind nicht immer ein Mitarbeiterproblem, sondern oftmals ein Führungs- und Strukturthema. Eine aktuelle Studie zeigt, wie mangelnde Entscheidungswirkung spürbare wirtschaftliche Verluste verursacht.
Viele mittelständische Unternehmen stehen laut aktueller Analyse vor einem Paradoxon: Teams sind besetzt, Belastungen hoch, doch die wirtschaftliche Wirkung bleibt hinter den Erwartungen zurück. Grundlage ist die Trendstudie Mittelstand 2025, die Strukturen und Führungsprozesse in 160 mittelständischen Unternehmen untersucht. In den ausgewerteten Organisationen gehen demnach durchschnittlich 18 bis 25 Prozent der operativen Wertschöpfung verloren. Nicht wegen mangelnder Motivation bei Mitarbeitenden, sondern aufgrund struktureller Ineffizienz und abnehmender Führungswirkung
Ein zentrales Ergebnis betrifft dabei die Entscheidungsprozesse: 63 Prozent der Befragten sehen verzögerte oder nicht getroffene Entscheidungen als das größte interne Effizienzhemmnis. Diese Entscheidungslosigkeit schlägt direkt auf Produktivität und operative Abläufe durch, etwa durch Wartezeiten, Reibungsverluste und Blockaden. Laut Studie sind unklare Verantwortlichkeiten, fehlende Priorisierung und Mehrfachabstimmungen dabei die häufigsten Ursachen
Die Studienautoren betonen ausdrücklich, dass Beschäftigte nicht Ursache der Probleme sind. Eklatante Fehlzeiten und Leistungsprobleme würden vielmehr in Organisationsstrukturen entstehen, in denen Verantwortung verwässert und Entscheidungen blockiert werden. Unternehmen mit klaren Entscheidungs- und Verantwortungsstrukturen wiesen signifikant niedrigere Fehlzeiten auf als vergleichbare Organisationen mit schwacher Führungswirkung, so die Wissenschaftler.
red / PM